Schiff "Schönbrunn"
Baujahr 1912
Geschwindigkeit ca. 21,5 km/h im stehenden Wasser
Leistung 720 PSi

Die „Schönbrunn“ wurde mit Ihren Schwesterschiffen „Wien“ und „Budapest“ 1912/13 in der DDSG eigenen Werft in Budapest (Obuda) in der letzten Serie der Personenraddampfschiffe gebaut. Die „Wien“ sank 1936 bei einer Kollision mit der Reichsbrücke in Wien, der Dampfer „Budapest“ diente im Originalzustand noch bis in die beginnenden Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, wurde aber dann in der Schiffswerft Korneuburg abgewrackt.

Die „Schönbrunn“ ist der einzige Überlebende von mehr als 300 Dampfern, die unter der Flagge der DDSG fuhren, der ältesten, 1829 gegründeten Reederei an der Donau.

1974 wurden von der ehem. DDSG Donaureisen GmbH weitere umfangreiche Umbauten durchgeführt, um das Schiff, soweit wie möglich, den steigenden Anforderungen der Fahrgäste anzupassen. Im Winter 1985/1986 wurde die „Schönbrunn“ aus dem fahrplanmäßigen Linienverkehr Wien – Linz – Passau, nicht zuletzt aufgrund der hohen Personal- und Betriebskosten, abgezogen. Das Fahrzeug sollte gemäß dem neuen Konzept fortan nur noch für Nostalgiefahrten und Sondereinsätze herangezogen werden. Für diesen Zweck ließ man den ganzen Innenraum im Zeitgeist der Jahrhundertwende neu gestalten.

Doch diese Phase währte nicht lange. Bald stellte sich heraus, dass der personalintensive Dampfbetrieb mit hauptberuflichen Mitarbeitern nicht kostendeckend zu führen war. So kam es wie es kommen mußte. 1988 erfolgte die Außerdienststellung der „Schönbrunn“. Sieging in Budapest als schwimmendes Casino vor Anker. In dieser Zeit wurden nicht immer dem Charakter des Schiffes entsprechende Umbauten durchgeführt. Im Anschluss an die Verwendung als Casinoschiff schleppte man die „Schönbrunn“, sie war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr fahrfähig, zur OÖ Landesausstellung 1994 nach Engelhartszell, wo sie als als Ausstellungsschiff diente.

1995 erwarb die ÖGEG von der DDSG das alte Dampfschiff "Schönbrunn" um den symbolischen Preis von einem Schilling plus 20 Groschen Umsatzsteuer (!). Die ÖGEG setzte sich als Ziel, die "Schönbrunn" zu erhalten - aber - was damals noch keiner ahnte, es sollte noch ein langer mühsamer Weg bis zur ersten Fahrt werden.

In den folgenden 5 Jahren bis ins Frühjahr 2000, mußten von unseren unentgeltlich tätigen Mitarbeitern ca. 20.000 Arbeitsstunden geleistet werden, um endlich am 17. Oktober 2000 zur ersten Fahrt seit 12 Jahren auszu-laufen.Dank der laufenden Wartung und Instandhaltung ist die „Schönbrunn“ wieder in einem voll fahrfähigem Zustand und wird uns und unseren Kindern als einzigartiges Denkmal seiner Zeit hoffentlich noch lange erhalten bleiben.

Ein Schiff erinnert sich...